Definition

Rundlauf bezeichnet die Abweichung einer rotierenden Fläche von ihrer Bezugsachse während einer vollen Umdrehung. Er wird als Differenz zwischen größtem und kleinstem Tasterausschlag gemessen, wenn das Werkstück um seine Bezugsachse gedreht wird — angegeben in Mikrometern (µm).

Kurz erklärt

Der Rundlauf ist eine Lagetoleranz und kombiniert Formfehler (Unrundheit) mit Exzentrizität (Versatz der Fläche zur Achse). Anders als die Rundheit bezieht er sich immer auf eine definierte Bezugsachse — in der Praxis meist die Verbindungslinie zweier Zentrierbohrungen oder zweier Lagersitze.

Für Präzisionswellen ist der Rundlauf eine Schlüsselgröße: Ein hoher Rundlauffehler an einem Lagersitz führt zu Unwucht, Lagerverschleiß und Laufgeräuschen, an einer Dichtfläche zu Leckage. Gemessen wird zwischen Spitzen oder auf einer Prismenauflage mit Messuhr. Beim Schleifen zwischen Spitzen lässt sich ein sehr enger Rundlauf erreichen, weil die Welle über ihre Zentrierbohrungen exakt auf der Bezugsachse aufgenommen wird. Man unterscheidet Rundlauf (radial, einzelne Fläche) und Gesamtrundlauf (über die ganze Länge eines Zylinders).

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Rundlauf von Planlauf?

Rundlauf misst die radiale Abweichung einer Mantelfläche, Planlauf die axiale Abweichung einer Stirnfläche — beide bezogen auf dieselbe Bezugsachse.

Wie entsteht ein schlechter Rundlauf?

Durch Exzentrizität, unrunde Form, beschädigte Zentrierbohrungen oder Aufspannfehler. Saubere Zentrierungen und Schleifen zwischen Spitzen minimieren ihn.

Mehr zum Thema: Engen Rundlauf erreichen wir durch Schleifen zwischen Spitzen beim Profilschleifen.