Definition

Das Technische Lieferantengespräch (TLG) ist ein strukturierter technischer Abstimmungstermin zwischen dem Kunden und einem Lieferanten – idealerweise in der frühen Phase eines Projekts oder bei Änderungen an Produkten und Prozessen.

Kurz erklärt

Ziel eines TLG ist, technische Risiken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit dem Lieferanten zu beseitigen, bevor Werkzeuge gebaut werden oder die Serienfertigung startet. Dabei wird sichergestellt, dass das Bauteil nicht nur die Zeichnungsanforderungen erfüllt, sondern über die gesamte Prozesskette und die gesamte Projektlaufzeit von SOP bis EOL wirtschaftlich und prozessfähig hergestellt werden kann.

Gerade bei Themen wie der Rohteilauslegung ist das TLG ein wichtiges Instrument, weil dort bereits entschieden wird, ob nachfolgende Prozesse wie Zerspanung, Wärmebehandlung oder Montage stabil und mit ausreichender Prozessfähigkeit umgesetzt werden können. Eine frühzeitige technische Abstimmung reduziert spätere Änderungen, Ausschuss und Anlaufprobleme.

Typische Inhalte eines TLG

Vorstellung des Bauteils und der Anforderungen

Rohteilauslegung

Prozessfähigkeit

Betrachtung der Folgeprozesse

Fertigbarkeit und Wirtschaftlichkeit

Häufige Fragen

Wann sollte ein TLG stattfinden?

So früh wie möglich – idealerweise vor dem Design-Freeze. Dann lassen sich Rohteilauslegung, Toleranzen und Prozesskette noch beeinflussen, ohne dass Änderungskosten entstehen. Auch bei Produkt- oder Prozessänderungen in laufenden Projekten ist ein TLG sinnvoll.

Was bringt ein TLG dem Kunden konkret?

Machbarkeit, Prozessfähigkeit und Kostentreiber werden geklärt, bevor investiert wird. Das reduziert Anlaufprobleme, Nachbemusterungen und Ausschuss – und führt in der Regel zu einem wirtschaftlicheren, serientauglichen Design.

Mehr zum Thema: Wie wir das TLG in der Praxis einsetzen, zeigen unsere Seiten Entwicklung & Musterfertigung und Rohteilfertigung.