Definition

Die Erstbemusterung ist der formale Nachweis eines Zulieferers, dass ein Bauteil aus dem serienmäßigen Fertigungsprozess alle Zeichnungs- und Spezifikationsanforderungen erfüllt — bevor die Serienlieferung freigegeben wird. In der Automobilindustrie ist sie als PPAP (Production Part Approval Process) bzw. im deutschen Raum als EMPB (Erstmuster-Prüfbericht, VDA Band 2) standardisiert.

Kurz erklärt

Die Erstbemusterung schließt die Lücke zwischen Entwicklung und Serie: Der Lieferant fertigt unter Serienbedingungen (Serienwerkzeuge, -prozesse, -mitarbeiter) und dokumentiert, dass jedes Merkmal innerhalb der Toleranz liegt. Dazu gehören ein vollständiger Messbericht aller Maße, Werkstoff- und Wärmebehandlungsnachweise, ggf. Prozessfähigkeitsnachweise (Cpk) für kritische Merkmale, sowie Prozessdokumente wie Fluss­diagramm, FMEA und Control Plan.

PPAP kennt mehrere Vorlagestufen (Level 1–5), die festlegen, wie viel Dokumentation der Kunde tatsächlich erhält. Erst nach Freigabe der Erstmuster (PSW — Part Submission Warrant) darf die Serie anlaufen. Für Präzisionswellen mit Automotive-Bezug ist eine saubere Erstbemusterung Pflicht — sie ist eng mit der Norm IATF 16949 verknüpft und ein zentrales Vertrauenssignal gegenüber dem Einkauf.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PPAP und EMPB?

PPAP ist der US-/AIAG-Standard, EMPB der deutsche Erstmuster-Prüfbericht nach VDA Band 2. Beide dienen demselben Zweck: dem dokumentierten Nachweis der Serienreife eines Teils.

Wann ist eine Erstbemusterung nötig?

Vor Serienstart, bei Neuteilen, nach Konstruktions-, Prozess- oder Standortänderungen und bei längeren Fertigungsunterbrechungen — immer dann, wenn die Serienfähigkeit neu nachzuweisen ist.

Mehr zum Thema: Von der Bemusterung bis zur Serie — siehe unsere Qualität & Zertifikate.