Definition

Eine Zentrierbohrung ist eine genormte, kegelige Vertiefung in der Stirnseite einer Welle, die das Bauteil zwischen den Körnerspitzen einer Dreh- oder Schleifmaschine aufnimmt. Sie definiert die Bezugsachse des Werkstücks und ist nach DIN 332 in verschiedenen Formen (z. B. Form A, B, R) genormt.

Kurz erklärt

Die Zentrierbohrung ist das wohl wichtigste und am meisten unterschätzte Element einer Präzisionswelle: Sie ist die gemeinsame Referenz für alle Bearbeitungsschritte. Wird die Welle beim Drehen, nach dem Härten und beim Schleifen jeweils über dieselben Zentrierbohrungen aufgenommen, bleiben alle Durchmesser konzentrisch zur selben Achse — das ist die Grundlage für engen Rundlauf.

Nach dem Härten sind die Zentrierbohrungen oft beschädigt oder durch Verzug verlagert; deshalb werden sie vor dem Schleifen nachgearbeitet (Zentrierschleifen/Nachzentrieren). Form B besitzt eine zusätzliche Schutzsenkung, die den tragenden 60°-Kegel vor Beschädigung schützt; Form R hat einen balligen Kegel für minimale Anlage. Eine saubere, gratfreie Zentrierung mit korrektem Winkel ist Voraussetzung dafür, dass die Spitzen sauber tragen und das Schleifergebnis reproduzierbar bleibt.

Häufige Fragen

Warum werden Zentrierbohrungen nach dem Härten nachgearbeitet?

Weil sie durch Härteverzug verlagert oder durch Zunder beschädigt werden. Erst eine nachgearbeitete Zentrierung stellt die exakte Bezugsachse fürs Schleifen wieder her.

Welche Norm gilt für Zentrierbohrungen?

DIN 332 mit den Formen A, B und R. Form B mit Schutzsenkung wird häufig für mehrfach aufgenommene Präzisionswellen verwendet.

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