Definition

Das Tiefkühlen (auch Tiefkühlbehandlung) ist ein Wärmebehandlungsschritt, bei dem gehärtete Bauteile gezielt und kontrolliert auf Temperaturen deutlich unter 0 °C abgekühlt werden. Ziel ist, den nach dem Härten verbliebenen Restaustenit in Martensit umzuwandeln und das Gefüge zu stabilisieren.

Kurz erklärt

Beim Abschrecken wandelt sich der Austenit nicht immer vollständig in Martensit um – ein Teil bleibt als Restaustenit im Gefüge. Restaustenit ist weicher als Martensit und kann sich später, etwa unter Last oder bei Temperatureinwirkung, unkontrolliert umwandeln. Die Folge wären Maßänderungen am fertigen Bauteil.

Die Tiefkühlbehandlung setzt die Gefügeumwandlung unterhalb der Raumtemperatur fort: Der Restaustenit wird reduziert, das Gefüge stabilisiert. Das verbessert die Maßhaltigkeit, erhöht die Verschleißfestigkeit und kann die Lebensdauer der Bauteile nachhaltig steigern. In der Prozesskette folgt das Tiefkühlen direkt auf das Härten und wird in der Regel mit einem anschließenden Anlassen kombiniert.

Häufige Fragen

Wann ist eine Tiefkühlbehandlung sinnvoll?

Immer dann, wenn hohe Anforderungen an Maßstabilität und Verschleißfestigkeit bestehen – etwa bei Präzisionsbauteilen mit engen Toleranzen, die über die Lebensdauer maßhaltig bleiben müssen.

Was passiert ohne Tiefkühlen mit dem Restaustenit?

Er kann sich im Einsatz schleichend in Martensit umwandeln. Da diese Umwandlung mit einer Volumenänderung verbunden ist, drohen Maßänderungen am fertigen Bauteil – bei Präzisionsteilen ein erhebliches Risiko.

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