Definition
Oberflächenrauheit beschreibt die feinen Unregelmäßigkeiten einer bearbeiteten Oberfläche. Die beiden gängigsten Kennwerte sind Ra (arithmetischer Mittenrauwert) — der Mittelwert aller Profilabweichungen von der Mittellinie — und Rz (gemittelte Rautiefe) — der Mittelwert der größten Höhenunterschiede aus mehreren Einzelmessstrecken. Beide werden in Mikrometern (µm) angegeben.
Kurz erklärt
Ra ist robust und unempfindlich gegen Einzelspitzen, beschreibt das Oberflächen-„Mittel“. Rz reagiert empfindlicher auf einzelne Riefen und ist damit aussagekräftiger, wenn vereinzelte tiefe Kratzer kritisch sind — etwa bei Dichtflächen. Beide Werte hängen nicht starr zusammen; eine pauschale Umrechnung (oft „Rz ≈ 4–7 × Ra“) ist nur eine grobe Faustregel und ersetzt keine Messung.
Beim Schleifen von Präzisionswellen sind je nach Verfahren niedrige einstellige Ra-Werte erreichbar; ein zusätzliches Superfinish drückt die Rauheit in den Bereich von Zehntel-µm. Die Oberfläche ist funktionsentscheidend: Auf Lagersitzen beeinflusst sie Tragbild und Verschleiß, auf Dichtflächen die Leckage. Wichtig: Eine glatte Oberfläche allein garantiert keine Dichtheit — auch die Drallrichtung spielt hinein (siehe Drall).
Häufige Fragen
Was ist besser, Ra oder Rz?
Keines ist „besser“ — sie beschreiben Unterschiedliches. Ra zeigt das Mittel, Rz die Extremwerte. Zeichnungen geben oft beide an; für dichtende Flächen ist Rz aussagekräftiger.
Welche Rauheit erreicht Schleifen?
Geschliffene Wellen erreichen typischerweise niedrige einstellige Ra-Werte; mit Superfinish sind Zehntel-µm möglich. Der konkrete Wert hängt von Werkstoff, Aufmaß und Verfahren ab.
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