Definition

Das Schleifaufmaß ist die zusätzliche Materialschicht, die ein Werkstück nach der Vorbearbeitung (Drehen, Härten) gegenüber dem Endmaß behält und beim Schleifen abgetragen wird. Es wird meist auf den Durchmesser bezogen in Mikrometern bis Zehntelmillimetern angegeben.

Kurz erklärt

Das Aufmaß muss zwei Dinge sicher ausgleichen: den Verzug aus der Wärmebehandlung und die Form- und Lagefehler der Vorbearbeitung. Zu wenig Aufmaß bedeutet, dass der Schleifprozess die Vorfehler (Unrundheit, Verzug) nicht vollständig „auswaschen“ kann — das Teil bleibt außer Toleranz. Zu viel Aufmaß verlängert die Schleifzeit, erhöht den Scheibenverschleiß und das Risiko von Schleifbrand.

In der Serienfertigung wird das Aufmaß deshalb eng eingestellt und über die Vorprozesse stabil gehalten. Typische Werte liegen je nach Durchmesser und Verzugsneigung im Bereich einiger Zehntel Millimeter auf den Durchmesser, bei sehr genauen Teilen darunter. Häufig wird in zwei Stufen geschliffen — Schruppen und Schlichten/Fertigschleifen — wobei für den letzten Schlichtgang ein definiertes Restaufmaß verbleibt, das Maß, Rundheit und Oberfläche final sicherstellt.

Häufige Fragen

Wie groß muss das Schleifaufmaß sein?

So groß, dass Verzug und Vorbearbeitungsfehler sicher entfernt werden, aber nicht größer — sonst steigen Schleifzeit und Schleifbrandrisiko. Der genaue Wert hängt von Durchmesser, Werkstoff und Härteverzug ab.

Warum überhaupt ein Aufmaß lassen?

Weil Bauteile beim Härten verziehen und die Vorbearbeitung Form- und Maßfehler hinterlässt. Das Aufmaß ist die Reserve, aus der das Schleifen die geforderte Genauigkeit herausarbeitet.

Mehr zum Thema: Maßgenaue Endbearbeitung erfolgt beim Rundschleifen und Profilschleifen.