Definition
Lufthärter sind Stähle mit so hoher Härtbarkeit, dass sie ihre Härte bereits durch Abkühlen an Luft oder in Gasatmosphäre erreichen – ohne Abschrecken in Öl, Wasser oder Polymer. Typische Vertreter sind martensitische Chromstähle wie 1.4034, 1.4112, 1.4125 oder 1.4057.
Kurz erklärt
Beim Härten wird der Stahl zunächst austenitisiert (siehe Austenitisierung) und anschließend abgeschreckt. Wie schnell dabei abgekühlt werden muss, hängt vom Werkstoff ab: Je höher die Härtbarkeit, desto langsamer darf die Abkühlung erfolgen. Bei Lufthärtern genügt die Abkühlung an bewegter Luft oder im Gasstrom, um das Gefüge in harten Martensit umzuwandeln (siehe Gefügeumwandlung).
Der große Vorteil: Die milde Abkühlung erzeugt deutlich geringere Temperaturgradienten im Bauteil als ein Flüssigkeitsabschreck. Das reduziert Eigenspannungen und Härteverzug – bei schlanken, langen Geometrien wie Wellen und Achsen ein entscheidender Faktor. In Kombination mit Schutzgasatmosphäre bleiben die Oberflächen zudem metallisch blank, ohne Zunderbildung und Entkohlung.
Häufige Fragen
Welche Stähle sind Lufthärter?
Vor allem hochlegierte, martensitische Stähle – etwa die rostfreien Chromstähle 1.4034, 1.4112, 1.4125 und 1.4057. Auch viele Werkzeugstähle mit hohem Legierungsgehalt härten an Luft.
Warum ist die Lufthärtung verzugsarm?
Weil die Abkühlung langsamer und gleichmäßiger abläuft als beim Abschrecken in Flüssigkeit. Geringere Temperaturunterschiede im Bauteil bedeuten geringere Eigenspannungen – und damit weniger Verzug, der später durch Schleifen mit entsprechendem Schleifaufmaß korrigiert werden muss.
Mehr zum Thema: Wie Lufthärter im Durchlaufofen mit Schutzgas gehärtet werden, zeigt unsere Seite Wärmebehandlung.