Definition

Die Maßtoleranz ist der zulässige Bereich, innerhalb dessen ein Istmaß vom Nennmaß abweichen darf. Im ISO-System für Grenzmaße und Passungen (ISO 286) wird die Größe dieser Toleranz durch Grundtoleranzgrade (IT-Grade, z. B. IT5, IT6) und ihre Lage durch Toleranzfeld-Kurzzeichen (z. B. h, g, k) beschrieben — kombiniert etwa zu „h6″.

Kurz erklärt

Ein kleinerer IT-Grad bedeutet eine engere Toleranz: IT5 ist genauer als IT6, dieser genauer als IT7. Der Buchstabe gibt die Lage des Toleranzfeldes relativ zur Nulllinie an — bei Wellen kennzeichnet kleines „h“ eine Lage, deren Höchstmaß genau auf dem Nennmaß liegt (Spielpassungs-Basis). Die absolute Toleranz in µm hängt zusätzlich vom Nenndurchmesser ab: Dasselbe „h6″ erlaubt bei einer 6-mm-Welle weniger µm als bei einer 80-mm-Welle.

Für Präzisionswellen sind Toleranzfelder wie h5, h6, g6, k6 oder j6 typisch — je nach Funktion (Lagersitz, Schiebesitz, Presssitz). Solche engen Felder lassen sich durch Drehen allein meist nicht sicher halten; sie werden geschliffen. Neben der Maßtoleranz gehören Form- und Lagetoleranzen (Rundheit, Rundlauf) und die Oberflächenrauheit zu einer vollständigen Funktionsbemaßung — Maßhaltigkeit allein genügt nicht.

Häufige Fragen

Was bedeutet h6 bei einer Welle?

„h“ gibt die Lage des Toleranzfeldes an (Höchstmaß = Nennmaß), „6″ den Grundtoleranzgrad IT6. Zusammen ein enges Wellen-Toleranzfeld, das oft für Lagersitze verwendet und geschliffen wird.

Ist IT5 besser als IT6?

IT5 ist enger (genauer) als IT6. Je kleiner die IT-Zahl, desto kleiner die zulässige Maßabweichung — und desto aufwändiger die Fertigung.

Mehr zum Thema: Enge Toleranzfelder halten wir reproduzierbar im Rundschleifen.