Technologie
Mit DRACOON Dateien austauschen, ohne die Kontrolle abzugeben.
DRACOON ist ein Dienst für den kontrollierten Austausch vertraulicher Dateien mit Kunden, Partnern und Behörden. smoodi richtet ihn ein, verbindet ihn mit Outlook und Ihrem Dokumentenmanagement und betreut den laufenden Betrieb.
Wofür DRACOON eingesetzt wird
DRACOON ist ein Cloud-Dienst für den Austausch und die Ablage vertraulicher Dateien. Unternehmen legen Datenräume an, vergeben Rechte pro Raum und teilen einzelne Dateien über Links mit Ablauffrist und Kennwort. Große Anhänge verlassen damit die E-Mail, und jeder Zugriff bleibt nachvollziehbar und jederzeit widerrufbar.
Hinter dem Produkt steht die DRACOON GmbH aus Regensburg, seit Ende 2023 Teil der US-amerikanischen Kiteworks-Gruppe. Verbreitet ist der Dienst vor allem im deutschsprachigen Raum und in Branchen mit hohem Nachweisbedarf. Der Hersteller weist unter anderem ein Testat nach dem Kriterienkatalog BSI C5 und eine Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 aus (DRACOON, Zertifizierungen). smoodi stellt diese Software nicht her, sondern plant, konfiguriert und betreut ihren Einsatz.
Datenräume, Freigaben und Ablauffristen
Die Grundeinheit ist der Datenraum. Er lässt sich nach Abteilung, Standort, Projekt oder Geschäftspartner schneiden und weiter untergliedern. Rechte hängen am Raum, nicht an der einzelnen Datei. Wer die Abteilung wechselt, verliert über die Gruppenzugehörigkeit den Zugang, ohne dass jemand Ordner für Ordner nacharbeitet. Diese Struktur ist die eigentliche Entscheidung einer Einführung, weil sie sich später nur mit Aufwand ändern lässt.
Für den Austausch nach außen gibt es zwei Richtungen. Eine Download-Freigabe stellt eine Datei oder einen Ordner über einen Link bereit, wahlweise mit Kennwort, Ablaufdatum und begrenzter Zahl an Downloads. Eine Dateianfrage kehrt das um: Externe laden Unterlagen in einen festgelegten Ordner hoch, ohne selbst ein Konto zu besitzen. Aktive Freigaben bleiben in einer Übersicht sichtbar und lassen sich einzeln zurückziehen. Wie lange Freigaben in Ihrem Haus standardmäßig gelten und ab wann ein Kennwort verpflichtend ist, legen wir vor der Einführung fest und hinterlegen es als Voreinstellung. Ohne solche Regeln entstehen offene Links, die nach einigen Monaten niemand mehr überblickt.
Verschlüsselung und Schlüssel: was das praktisch heißt
Zwei Dinge sind zu trennen. Übertragung und Speicherung sind grundsätzlich verschlüsselt, dafür müssen Ihre Mitarbeiter nichts tun. Zusätzlich lässt sich ein Datenraum clientseitig verschlüsseln: Dateien werden dann bereits auf dem Gerät des Absenders verschlüsselt, und der Schlüssel liegt nicht beim Betreiber. In der Sprache eines Geschäftsführers heißt das: Selbst wer den Serverspeicher in die Hand bekäme, sähe keine lesbaren Dokumente.
Diese Sicherheit hat einen Preis, und er ist organisatorischer Natur. Jeder Nutzer braucht ein eigenes Verschlüsselungskennwort. Geht es verloren, sind die Inhalte ohne vorher eingerichteten Notfallzugang nicht wiederherstellbar. Serverseitige Bequemlichkeiten wie Vorschau oder Bearbeitung im Browser sind in verschlüsselten Räumen eingeschränkt. Verschlüsselt wird deshalb nicht alles, sondern der Raum, in dem es fachlich begründet ist, und vorher wird schriftlich geregelt, wer Notfallschlüssel verwahrt.
Outlook, Microsoft 365 und das Dokumentenmanagement
Der häufigste Einstieg ist Outlook. Ein Add-in ersetzt Anhänge beim Versand durch einen Freigabelink und legt die Datei in einem festgelegten Datenraum ab. Der Absender entscheidet pro Nachricht über Frist und Kennwort, der Empfänger braucht kein Konto. Damit lösen sich zwei Probleme gleichzeitig: Anhänge, die an Größengrenzen scheitern, und Dokumente, die nach dem Versand niemand mehr zurückholen kann.
Für Microsoft 365 und Teams bietet der Hersteller eigene Anbindungen an. Welche davon in Ihrer Lizenz- und Betriebsvariante nutzbar sind, prüfen wir vor einer Zusage. Richtung Dokumentenmanagement gilt dasselbe: DRACOON stellt seine Funktionen über eine öffentliche Programmierschnittstelle bereit, eine fertige Kopplung an Ihr DMS ist damit aber noch nicht gegeben. Wir klären, ob ein Standardbaustein vorliegt oder eine Anbindung gebaut werden muss.
Rollen und Rechte sauber schneiden
DRACOON trennt Systemverwaltung und Raumverantwortung. Auf Systemebene gibt es abgegrenzte Rollen, etwa für Konfiguration und für Benutzerverwaltung. Im einzelnen Datenraum vergibt ein Raum-Administrator die Rechte, nimmt Personen auf und entfernt sie wieder. Fachbereiche können ihre Räume damit selbst verwalten, ohne Zugriff auf das Gesamtsystem zu erhalten. Die IT behält die Systemebene, ohne jede Freigabe einzeln zu betreuen.
Bewährt hat sich, Rechte über Gruppen zu vergeben und nicht über einzelne Personen. Ein Eintritt, ein Wechsel oder ein Austritt ist dann eine Änderung an einer Gruppe und nicht an dreißig Räumen. Für Externe stehen Konten mit eingeschränktem Umfang bereit. Wer diese Struktur erst nach einem Jahr Betrieb ordnet, hat den teureren Weg gewählt, weil bis dahin gewachsene Einzelberechtigungen mühsam zurückzubauen sind.
Einführung und Betrieb durch smoodi
Ein Einführungsprojekt beginnt nicht mit der Software. Zuerst klären wir, welche Informationen tatsächlich ausgetauscht werden, wer sie erhalten darf und welche Nachweise Sie führen müssen. Daraus entstehen Datenraumstruktur, Gruppen, Standardfristen und die Entscheidung, welche Räume clientseitig verschlüsselt werden. Erst danach folgen Einrichtung, Anbindung an Outlook und die Übernahme bestehender Bestände von Laufwerken oder aus Freemail-Diensten.
Danach bleibt Arbeit, die selten eingeplant wird: Schulung der Anwender, ein fester Ansprechpartner für Freigabefragen, regelmäßiges Aufräumen verwaister Räume und Konten. Diesen Teil übernehmen wir als laufende Betreuung oder übergeben ihn geordnet an Ihre IT. Den Leistungsumfang rund um den Dateiaustausch beschreibt die Seite Sicherer Datentransfer unter /leistungen/sicherer-datentransfer/. Angrenzend sind Digitale Signatur und ECM und Dokumentenmanagement relevant.
Was der Einsatz kostet
Der Hersteller veröffentlicht Preismodelle, die sich nach Zahl der Konten, Speichervolumen und Funktionsumfang staffeln. Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, weil ein Listenpreis die Gesamtkosten selten beschreibt. Rechnen Sie zusätzlich mit Aufwand für Konzeption, Einrichtung, Anbindung an Outlook oder das DMS, Schulung und laufende Betreuung. Diese Positionen schlüsseln wir einzeln auf, damit erkennbar bleibt, was einmalig und was dauerhaft anfällt.
Stand und Quellen
Stand: 17. September 2026. Dieser Beitrag gibt den Stand der Recherche wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Verwendete Quellen: DRACOON — https://www.dracoon.com/de/home; DRACOON, Zertifizierungen und Testierungen (BSI C5 Typ 2, IDW PS 951, ISO 27001) — https://page.dracoon.com/de/zertifizierungen-anforderungskatalog-bsi-c5_idw-ps951; Kiteworks, Pressemitteilung zur Übernahme von DRACOON und ownCloud — https://www.kiteworks.com/company/press-releases/kiteworks-makes-bold-moves-joining-forces-with-two-german-leaders-in-its-space/; Betriebsverfassungsgesetz § 87 — https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html.
FAQ
Häufig gefragt
Kann man DRACOON vor der Entscheidung testen?
Wo liegen die Daten und wer kann darauf zugreifen?
Ersetzt DRACOON unser Dokumentenmanagementsystem?
Was passiert, wenn jemand sein Verschlüsselungskennwort vergisst?
Wie lange dauert eine Einführung?
Welche Erfahrungen machen Anwender im Alltag?
Brauchen externe Empfänger ein eigenes Konto?
Muss der Betriebsrat einbezogen werden?
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